Österreichs einzigartiger Garten mit Meerblick

Kurze Geschichte

1977 präsentierte sich Wien mit einer großen Ausstellung in Barcelona. Ein Rahmenprogramm dazu, mit zahlreichen gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten wurde in ganz Katalonien, dank der Initiative der “Amics d’Àustria” organisiert.

 

Um diesem Ereignis, das viel mehr war als nur eine Ausstellung, ein entsprechendes “Denkmal” zu setzen, wurde vorgeschlagen, einen Baum zu pflanzen. Der damalige Bürgermeister Barcelonas, Socias Humbert, wählte den Parc Güell als den idealen Platz dafür. Der Park unterstreicht die kulturelle Gemeinsamkeit der beiden Städte Wien und Barcelona: den Modernisme/Jugendstil. Im Gegenzug schenkte die Stadt Barcelona den Wienern einen Baum, der im Stadtpark blüht und gedeiht.

 

So setzte am 27. November 1977 der damalige Wiener Bürgermeister Leopold Gratz den ersten Baum im Racó d’Àustria. Das beherzte Engagement der Amics d’Àustria um Austausch und Zusammenarbeit zwischen mar i muntanya (Meer und Berg) hinterließ in den folgenden Jahre “grüne Spuren”: Es wurden noch zahlreiche weitere Bäume gepflanzt und Steintafeln zur Erinnerung gesetzt. Mittlerweile sind alle neun österreichischen Bundesländer und die Stadt Mariazell vertreten.

Immer wieder war der Österreichische Garten ein Ort der besonderen Begegnungen; besonders hervorzuheben unter den zahlreichen Besucher, der Auftritt er Wiener Sängerknaben, die 1978 die Gäste des Gartens mit “Wiener Blut” erfreuten.

Seit dem Setzen des ersten Baumes, haben sämtliche Botschafter Österreichs in Spanien, Vertreter von Bundesländern und Gemeinden “ihren Garten” in Barcelona aufgesucht, um die Bäume symbolisch mit Wasser aus Seen und Flüssen der Heimat zu gießen.

Und so wurde im Laufe der Zeit aus dem “Racó d’Àustria” ein richtig großer, grüner “Jardí d’Àustria”, der einzige österreichische Garten mit Blick aufs Meer.


Die Bäume des Jardí d’Àustria:

1977 Viena: Schwarzkiefer – Pinus nigra
1978 Graz, Estíria, Fichte – Picea abies
1978 Valle de Montafon, Vorarlberg: Schwarzföhre – Pinus nigra
1980 Mariazell, Estíria: Stechfichte – Picea pungens
1980 Salzburg: Blaufichte – Picea pungens “Glauca”
1983 Innsbruck, Tirol: Schwarzkiefer – Pinus nigra*
2004 Schörfling i Seewalchen am Attersee, Alta Àustria: Hängeblutbuche – Fagus Sylvatica Purpurea Pendula
2005 Vösendorf, Baixa Àustria: Linde – Tilia*
2005 Klagenfurt, Caríntia: Lärche – Larix decidua*
2005 Eisenstadt, Burgenland: Kiefer – Pinus sylvatica

(* Nicht alle konnten sich an das metiderrane Klima gewöhnen und gingen ein.)